Besuch der Tsitsernakaberd

der Obelisk in Tsitsernakaberd mit dem leichten Schimmer eines Regenbogens darüber

der Obelisk in Tsitsernakaberd mit dem leichten Schimmer eines Regenbogens darüber

Am Dienstag Abend war ich die Tsitsernakaberd besuchen. Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Genozid Gedenkstätten, aber eine wo man sich als Deutscher zur Abwechslung nicht schuldig fühlen muss nur eindrucksvoll, nicht beklemmend. Ãœberhaupt ist die ganze Anlage voller gelungener Ideen und mit dem Blick über die ganze Stadt auch sehr schön.

Bäume gepflanzt von den Ländern die den Genozid anerkennen.

Bäume gepflanzt von den Ländern die den Genozid anerkennen.

Eine dieser Ideen ist zum Beispiel, dass verschiedene Länder / Organisationen Bäume pflanzen um den Zeitpunkt zu markieren an dem sie offiziell den Genozid an den Armeniern anerkennen. So schaut man auf einen jungen Wald und wenn man die Schilder ließt kann man leicht abschätzen welches Land zu welchem Zeitpunkt offiziell zugab dass es einen Genozid der Türkei an den Armeniern gab. Ich hab den deutschen Baum nicht gesucht … und scheinbar gibt es keinen. Was ja extrem peinlich ist. Deutsche Waffen wurden zu der Zeit an die Türkei geliefert, deutsche Offiziere haben Türken trainiert und nur weil die Türkei ein wichtiger Partner für D ist kann ich das nicht als Grund sehen eine historische Wahrheit zu verleugnen (wissenschaftliche Belege für diese Aussage gibt es reichlich – hier ist einer in auf deutsch geschrieben).
Wäre ja vergleichbar mit einer Situation in der Frankreich um bessere Beziehungen mit Israels Feinden aufzubauen den Holocaust herunterspielen würde. Einfach grotesk – gerade als Deutsche mit unserer speziellen Geschichte sollten wir doch über solchem diplomatischen Taktieren stehen und Wahrheit einfach als solche anerkennen – mit unserer eigenen machen wir es ja auch und das ist doch eigentlich schwieriger. Ich kann daher die Initiative vom Zentralrat der Armenier nur gutheißen die Frau Merkel in einem offenen Brief darum bitten den geschichtlichen Fakt des Genozids anzuerkennen.

Das Wetter hätte dramatischer (und passender) nicht sein können – wärend sich unter mir Yerevan im Regen verlor war es oben in der Gedenkstätte lange trocken und nachdem man die paar Tropfen erduldet hatte wurde man mit einem Regenbogen und weiterer eindrucksvoller Aussicht belohnt. War jedenfalls ein lohnender Besuch und jedes Quentchen Zeit voll und ganz wert.

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