schön war es da… lustige Partys, angenehme Leute und der Hauch von Abenteuer, der das so vergnüglich macht. Stand also zB zum ersten mal seit ewigen Zeiten wieder auf Ski in Tsaghkadzor. War sehr sehr schön, die Gegend ist sowas wie ein Geheimtip, nicht für Armenier, aber wohl für den Rest der Welt. Was aber dem Vergnügen keinen Abbruch tat, in Gummireifen Schlitten fahren, bei 50cm Pulverschnee einfach Pisten (praktisch alleine!) runterzubrettern und abends ein paar Kartenspiele zu lernen hatte enormen Erholungswert. weiterlesen »
Traurig war es irgendwie. Ich mag Abschiede nicht besonders. Freitag ging das schon los, mit Aram, Vahe und Vahag aus dem OPS Team ein paar Biere trinken war echt ganz nett eigentlich. Alex, ein MySQL Consultant war dabei und hat mich mit seinen (für einen Russen) erstaunlich liberalen Meinungen beeindruckt. Anschließend gingen wir noch ne Runde Billard spielen… aber so betrunken wir wir waren hätten wir das genauso gut sein lassen können. Nichts getroffen. weiterlesen »
Gestern habe ich endlich mal drangedacht Bilder von den Kollegen zu machen, die mir hier eine so gute Zeit verschafft haben. Macht echt unglaublich Spaß die beiden in nem Team zu haben, Inna als gute und kreative Designerin, Vahe für CSS und Javascript Geschichten und meine Wenigkeit dann für Funktionalität und Implementation. Ist … erstaunlich wie produktiv und spaßg arbeiten sein kann.
Langsam freu ich mich aber auch auf die Heimreise.
Mein Wochenende … das vorletzte hier… war eher nervig. Grund ist vor allem, dass ich mal wieder mein Gehalt nicht bekommen hab und daher das WE mit 3000amd (=6 Euro) überstehen musste. Ziemlich unangenehm im Supermarkt nachrechnen zu müssen, ob ich mir eine weitere Flasche Fruchtsaft leisten kann.
Netterweise bin ich doch zu ein paar Sachen gekommen, die eh noch auf meiner Liste standen. Samstag abend hab ich in besagtem Supermarkt Garik getroffen, der mich auf eine Runde Russenbillard eingeladen hat. Sehr cooles Spiel, die Kugeln sind um einiges größer als bei Pool oder Snooker und die Taschen etwas kleiner. Man muss also sehr präzise spielen, spitze Winkel sind fast unmöglich zu treffen und es gibt praktisch keine Glückstreffer (worunter grade mein Spiel sehr leidet). Die Regeln nach denen wir spielten waren so … die einfachsten denkbaren. Man kann jede Kugel mit jeder Kugel spielen, jede Kugel zählt einen Punkt, wer zuerst 8 Kugeln versenkt gewinnt. Aber trotzdem haben die einzelnen Partien länger gedauert als die meisten Poolpartien die ich so gespielt habe. weiterlesen »
Wenn auch anders als gedacht. Zur Zeit sind hier “Deutschland Wochen”. Also ne Menge Veranstaltung die hier von der Botschaft organisiert werden. Bin mehr zufällig drauf gestoßen worden dass Comedian Harmonists aus Berlin ein Konzert geben, hingegangen und hab festgestellt, dass der Eintritt frei ist. Coole Sache und ne schöne Idee. Der Tenor Holger Off hat einen Teil seiner Ansagen auf Armenisch gemacht und schon allein damit das Herz des Publikums gewonnen. In den verteilten Programmheften waren die Texte der Lieder und auch die erzählte Geschichte des ursprünglichen Ensembles auf Englisch und Armenisch übersetzt und so konnten auch die Leute die kein Deutsch sprechen viel von dem Witz und Charme verstehen.
Ich hatte sowieso meinen Spaß, die Gruppe war klasse, sowohl die Lieder als auch die Erzählung zwischendrin war sehr unterhaltsam … und die armenische Verabschiedung von Holger Off enthielt so einen Satz der wohl frei übersetzt hieß “Keine Sorge, wir bleiben noch und lassen uns von euch anfassen”. Und das passte ja wohl perfekt in den doppelbödigen Humor, der dem Ensemble eigen ist. Auf meinem Weg nach draußen redeten dann zwei recht hübsche Armenierinnen drüber, ob sie jetzt noch zum “Anfassen” gehen sollten… ich verließ die Oper mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Also die Stadt in der Tumanyan lebte heißt Dsegh. Falls sich jemand fragen sollte wo das eigentlich ist… und warum die Busfahrt dahin so lang und anstrengend war habe ich hier nochmal einen Google-Maps link rausgesucht.
Kurz mein Bericht vom Wandern am Wochenende, es war dieses mal eher anstrengend. Vor allem weil die Busfahrt nach Lori und noch schlimmer – die Rückfahrt ewig gedauert hat. Warum Lori? Ist die Heimat eines der größten armenischen Dichter Hovhannes Tumanyan (wundert euch nicht, ich kannte ihn davor auch nicht). Sind dann also zu so ner Grabsteinschleiffabrik gefahren, von da zu nem See gelaufen, dort das übliche Picknick und kleines Theater/Singen. War ganz nett soweit. Dann sind wir zurück nach Lori gelaufen und haben uns das dortige Museum angeschaut.
Eigentlich könnte es dann ein netter Ausflug gewesen sein… aber die Rückreise war extrem anstrengend. Verkehr war ziemlich verrückt (Kühe!), die Federung des Busses war kaputt und für ne 3h Fahrt ist das eher lästig und einige Leute im Bus bestanden darauf laute Musik aus der kaputten Anlage zu hören… was meinem Kopfweh auch nicht grade zuträglich war. Naja… dafür hab ich heute mal keinen Sonnenstich.
Gestern gab es hier ein kleines Erdbeben. Ich dachte eigentlich… mir wird schummrig oder mein Stuhl wackelt aber als ich die Reaktion der Kollegen sah wurde mir klar, dass es sich wohl echt um ein kleines Erdbeben handelte. Nicht weiter schlimm, bisserl Unruhe im Büro und eigentlich hätte dann alles den restlichen Tag seinen gewohnten Gang gehen können. Aber nein – irgendwie etablierte sich das Gerücht, dass ab 3 Uhr ein schweres Folgebeben erwartet wird. Also verließen wir geordnet und ohne Panik kurz vor 3 den Bürokomplex. Nette Aktion – zwangsweise Kaffeetrinken mitten in der Arbeitszeit.
Als wir an unsere Plätze zurückkehrten (etwa eine Stunde später) fanden wir in unseren Postfächern folgende Email (die 10min nach der Evakuierung bei uns eingetroffen war).
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Am Dienstag Abend war ich die Tsitsernakaberd besuchen. Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Genozid Gedenkstätten, aber eine wo man sich als Deutscher zur Abwechslung nicht schuldig fühlen muss nur eindrucksvoll, nicht beklemmend. Überhaupt ist die ganze Anlage voller gelungener Ideen und mit dem Blick über die ganze Stadt auch sehr schön.
Eine dieser Ideen ist zum Beispiel, dass verschiedene Länder / Organisationen Bäume pflanzen um den Zeitpunkt zu markieren an dem sie offiziell den Genozid an den Armeniern anerkennen. So schaut man auf einen jungen Wald und wenn man die Schilder ließt kann man leicht abschätzen welches Land zu welchem Zeitpunkt offiziell zugab dass es einen Genozid der Türkei an den Armeniern gab. Ich hab den deutschen Baum nicht gesucht … und scheinbar gibt es keinen. Was ja extrem peinlich ist. Deutsche Waffen wurden zu der Zeit an die Türkei geliefert, deutsche Offiziere haben Türken trainiert und nur weil die Türkei ein wichtiger Partner für D ist kann ich das nicht als Grund sehen eine historische Wahrheit zu verleugnen (wissenschaftliche Belege für diese Aussage gibt es reichlich – hier ist einer in auf deutsch geschrieben).
Wäre ja vergleichbar mit einer Situation in der Frankreich um bessere Beziehungen mit Israels Feinden aufzubauen den Holocaust herunterspielen würde. Einfach grotesk – gerade als Deutsche mit unserer speziellen Geschichte sollten wir doch über solchem diplomatischen Taktieren stehen und Wahrheit einfach als solche anerkennen – mit unserer eigenen machen wir es ja auch und das ist doch eigentlich schwieriger. Ich kann daher die Initiative vom Zentralrat der Armenier nur gutheißen die Frau Merkel in einem offenen Brief darum bitten den geschichtlichen Fakt des Genozids anzuerkennen.
Das Wetter hätte dramatischer (und passender) nicht sein können – wärend sich unter mir Yerevan im Regen verlor war es oben in der Gedenkstätte lange trocken und nachdem man die paar Tropfen erduldet hatte wurde man mit einem Regenbogen und weiterer eindrucksvoller Aussicht belohnt. War jedenfalls ein lohnender Besuch und jedes Quentchen Zeit voll und ganz wert.
Mein Wochende war eher ruhig bis langweilig. Samstag arbeiten und Sonntag ein wenig über die Vernissage schlendern. Aber mir sind die letzten paar Wochen bei mir im Treppenhaus ein paar Geschichten aufgefallen die ich kurz erzählen möchte.
Die von den Aufzügen hier zu lande hab ich wahrscheinlich schon erwähnt? Die in unserem recht modernen Bürogebäude funktionieren jedenfalls erstaunlich schlecht. Es sind 3, 2 chinesische von denen ich noch nie mehr als einen funktionieren sah. Also … sobald beide funktionieren fällt am gleichen Tag einer aus. Es gibt Geschichten, dass einer wohl im Mai ein paar Stockwerke runtergefallen ist, wobei den Insassen glücklicherweise nichts passiert ist. Mir selbst ist ein paarmal passiert, dass er stehenbleibt und sich nur durch gefühlvolles drücken verschiedener Stockwerkkombinationen zum weiterfahren bewegen lässt. Bis zum nächsten Stock, anschließend nehm ich dann meist doch die Treppe. weiterlesen »














