mein netter kleiner Blog wächst schnell, gewann den ersten Punkt Pagerank und geht auf die 700 Leser pro Monat zu (letzten Monat waren es 675). Der Großteils des Traffics wird über Google Suche generiert und … natürlich wecken meine Artikel zum Thema WoW das größte Interesse… die Leute die sich für Armenien interessieren sind da vielleicht nicht so schnell mit der Google Suche zur Hand … oder es sind einfach viel weniger Leute in DE die sich für Armenien interessieren als für WoW
Gestern habe ich endlich mal drangedacht Bilder von den Kollegen zu machen, die mir hier eine so gute Zeit verschafft haben. Macht echt unglaublich Spaß die beiden in nem Team zu haben, Inna als gute und kreative Designerin, Vahe für CSS und Javascript Geschichten und meine Wenigkeit dann für Funktionalität und Implementation. Ist … erstaunlich wie produktiv und spaßg arbeiten sein kann.
Langsam freu ich mich aber auch auf die Heimreise.
Also die Stadt in der Tumanyan lebte heißt Dsegh. Falls sich jemand fragen sollte wo das eigentlich ist… und warum die Busfahrt dahin so lang und anstrengend war habe ich hier nochmal einen Google-Maps link rausgesucht.
Kurz mein Bericht vom Wandern am Wochenende, es war dieses mal eher anstrengend. Vor allem weil die Busfahrt nach Lori und noch schlimmer – die Rückfahrt ewig gedauert hat. Warum Lori? Ist die Heimat eines der größten armenischen Dichter Hovhannes Tumanyan (wundert euch nicht, ich kannte ihn davor auch nicht). Sind dann also zu so ner Grabsteinschleiffabrik gefahren, von da zu nem See gelaufen, dort das übliche Picknick und kleines Theater/Singen. War ganz nett soweit. Dann sind wir zurück nach Lori gelaufen und haben uns das dortige Museum angeschaut.
Eigentlich könnte es dann ein netter Ausflug gewesen sein… aber die Rückreise war extrem anstrengend. Verkehr war ziemlich verrückt (Kühe!), die Federung des Busses war kaputt und für ne 3h Fahrt ist das eher lästig und einige Leute im Bus bestanden darauf laute Musik aus der kaputten Anlage zu hören… was meinem Kopfweh auch nicht grade zuträglich war. Naja… dafür hab ich heute mal keinen Sonnenstich.
Mist, jetzt ist es schon wieder spät und ich bin nicht dazu gekommen meine Bilder hochzuladen. Letzten Donnerstag war ich in nem Konzert. So ne Mischung aus traditionellen armenischen Tänzen und modernem Ballett. Ziemlich beeindruckend. Schöne Musik, noch schönere Tänzerinnen und ne recht angenehme Atmosphäre… aufmerksames Publikum, Szenenapplaus nach gelungenen Sprüngen und Mitklatschen bei rhythmischen Stücken. Sehr gelungen – hatte mir gefehlt.
Hier gibt es eine lokale Zigarettenmarke deren Name eine interessante und traurig schöne Geschichte hat. Die Geschichte von der Prinzessin Tamar, die sich in einen Fischer verliebte. Sie spielt eigentlich auf einer Insel in einem See der nichtmehr zu Armenien gehört, aber im Sevan See ist eine Insel die nach ihr benannt ist.
Die Handlung ist etwa die folgende… Tamar verliebt sich in einen Fischer und er erwiedert ihre Gefühle. Weil eine Beziehung aufgrund des Standesunterschieds undenkbar ist treffen sie sich heimlich nachts. Und weil ein See die Insel umgiebt auf der Tamar lebt muss der Fischer jede Nacht hinüber schwimmen. Da die Insel schwer zu finden ist wartet Tamar mit einer Fackel auf den Fischer der zu ihr schwimmt. Den Dorfbewohnern ist das geisterhafte Licht auf der Insel suspekt und sie vermuten etwas als sie feststellen, dass einer ihrer Fischer sich jede Nacht davonstielt. So kochen die Gerüchte hoch, der König hört davon und verbietet seiner Tochter auf ihren Fischer zu warten. Als sie nicht folgt sperrt er sie in ihr Quartier und da der Fischer das wegweisende Licht nichtmehr sehen konnte ertrank er, da er die Insel nicht fand. Tamar war so traurig, dass auch sie Selbstmord beging… daher der Name Akhtamar… heißt soviel wie “Ach Tamar”.
Am Sonntag war ich mal wieder wandern mit Apres Tours. Ich Idiot hab mir immer noch keinen Hut besorgt und bin heute leicht Sonnenstich lädiert. Aus irgendwelchen Gründen ist aber sowieso kaum jemand im Büro, daher ist das egal.
Die Tour war ein bischen viel Kultur und ein bischen wenig laufen für meinen Geschmack aber doch ziemlich gelungen. Wir haben 4 Plätze heimgesucht, 3 daon Kloster Ruinen und Amberd, eine alte Gefängnis Festung. In Zoravor gab es ein paar menschliche Knochen zu sehen. Alt und vertrocknet, aber trotzdem naja… rätselhaft als welchen Gründen die locker verscharrt neben der Klostermauer liegen. Wir haben die Knochen dann mit ein paar schweren Steinen bedeckt und die Aussicht über die Hochebene mit dem Ararat im Hintergrund genossen. Idylisch. Über der ganzen Gegend lag ein intensiver Geruch von Blüten und Kräutern, kein Wölkchen am Himmel und außer einer Kuhherde mit ihrem Hirten war niemand in der Gegend.
Will noch eine kleine Anekdote vom Sonntag erzählen. Wir waren in dieser Surb Sarkis Ruine… ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich so heißt weil eigentlich war Surb Sarkis ein Heiliger aber … nennen wir sie der Einfachheit halber derweil mal so.
Nette Anlage an sich… alte Steine halt mal wieder… und mitten in einer Touristengruppe kommt man sich bisserl komisch vor… aber ok. Vor uns waren jedenfalls schon 2 junge Armenier da, mit einem blutigen Schmierer auf der Stirn. Der eine hielt einen Hahn mit frisch durchschnittener Kehle in der Hand und fragte Heiks Frau ob er ihn ihr schenken dürfe. Sie lehnte leicht angewidert ab. Und klärte mich darüber auf, dass die beiden nach ihrem Opfer versuchen müssten die Opfergabe an alle zufällig Anwesenden zu verschenken. So klapperten sie dann also tapfer die ganze Gruppe mit der Frage ab – “Hahn?”… niemand von uns konnte was mit einem ungerupften noch blutenden Hahn anfangen… aber so ist wohl das Ritual. Eindrucksvoll in jedem Fall.
wie gesagt war mein Wochenende ziemlich gelungen. Das lag vor allem an dem Ausflug am Sonntag. War eine organisierte Busreise. Klingt erstmal nicht so spannend… aber schon die Gruppenzusammenstellung war recht cool. Ca 50 Leute, 5 Deutsche der Rest Armenier. Hauptsächlich mit irgendeinem IT Hintergrund… also mit vielen Leuten gemeinsame Themen. Auch war die Organisisation recht cool. Also zum Beispiel wurden am Anfang Mülltüten ausgehändigt und jeder war aufgerufen Müll zu sammeln. Wer am meisten gesammelt hat musste nicht für den Trip bezahlen. Ziemlich gute Idee und erstaunlich weil im allgemeinen sind sie hier zu Lande nicht so sensibel was Mülltrennung oder Vermeidung angeht.
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Vorgestern war ja das Halbfinale in diesem Eurovision Song Contest… und Armenien hat ziemlich gut abgeschnitten. 12 Punkte scheint sowas wie ein Maximum zu sein … jedenfalls haben hier einige Kolleginen mitgefiebert. Und sich gestern beim Mittagessen dann ziemlich an den türkischen Kommentaren zu ihrem Youtube Video gestört. Die waren wohl im wesenntlichen ziemlich beleidigend und unsachlich. Wobei nach Aussage meiner Kollegen die Armenischen Kommentare über das türkische Lied… jedenfalls nicht unsachlich waren.
Hab da auch mal bisserl reingelesen und es scheint zu stimmen. Die Kommentare die ich verstehe … und die möglicherweise aus türkischer Quelle kommen wie zB von Kemalettin sagen eigentlich substanziell gar nichts…
MISERABLE ARMENIA
gäbe noch einen Haufen weitere Kommentare dieser Art, aber bei den meisten sind die Nutzerprofile verborgen (wohl aus gutem Grund).
Heute in der Früh hab ich dann gelesen, dass Orhan Parnuk wohl für seine Äußerungen zum türkischen Genozid an den Armeniern und für seine Meinung zur Kurdenfrage jetzt doch wegen “Beleidigung des Türkentums” verknackt werden kann. NZZ Artikel dazu. Nach derartigen Informationen fragt ich mich dann… und was hätte so ein Land bitte in der EU verloren? Also die Türkei? Unterdrückte Kurden in den eigenen Grenzen, geleugneter Genozid an Armenien und von Zypern… brauchen wir gar nicht groß anfangen. Nur weil die Nato Raketenbasen im nahen Osten braucht… muss ja wohl so eine Pseudo Demokratie nicht in die EU.
naja, vielleicht macht ihr euch besser selbst ein Bild vom Armenischen Beitrag zum Eurovision Song Contest… hier das Video:











