Traurig war es irgendwie. Ich mag Abschiede nicht besonders. Freitag ging das schon los, mit Aram, Vahe und Vahag aus dem OPS Team ein paar Biere trinken war echt ganz nett eigentlich. Alex, ein MySQL Consultant war dabei und hat mich mit seinen (für einen Russen) erstaunlich liberalen Meinungen beeindruckt. Anschließend gingen wir noch ne Runde Billard spielen… aber so betrunken wir wir waren hätten wir das genauso gut sein lassen können. Nichts getroffen.
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Mein Wochenende … das vorletzte hier… war eher nervig. Grund ist vor allem, dass ich mal wieder mein Gehalt nicht bekommen hab und daher das WE mit 3000amd (=6 Euro) überstehen musste. Ziemlich unangenehm im Supermarkt nachrechnen zu müssen, ob ich mir eine weitere Flasche Fruchtsaft leisten kann.
Netterweise bin ich doch zu ein paar Sachen gekommen, die eh noch auf meiner Liste standen. Samstag abend hab ich in besagtem Supermarkt Garik getroffen, der mich auf eine Runde Russenbillard eingeladen hat. Sehr cooles Spiel, die Kugeln sind um einiges größer als bei Pool oder Snooker und die Taschen etwas kleiner. Man muss also sehr präzise spielen, spitze Winkel sind fast unmöglich zu treffen und es gibt praktisch keine Glückstreffer (worunter grade mein Spiel sehr leidet). Die Regeln nach denen wir spielten waren so … die einfachsten denkbaren. Man kann jede Kugel mit jeder Kugel spielen, jede Kugel zählt einen Punkt, wer zuerst 8 Kugeln versenkt gewinnt. Aber trotzdem haben die einzelnen Partien länger gedauert als die meisten Poolpartien die ich so gespielt habe.
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Wenn auch anders als gedacht. Zur Zeit sind hier “Deutschland Wochen”. Also ne Menge Veranstaltung die hier von der Botschaft organisiert werden. Bin mehr zufällig drauf gestoßen worden dass Comedian Harmonists aus Berlin ein Konzert geben, hingegangen und hab festgestellt, dass der Eintritt frei ist. Coole Sache und ne schöne Idee. Der Tenor Holger Off hat einen Teil seiner Ansagen auf Armenisch gemacht und schon allein damit das Herz des Publikums gewonnen. In den verteilten Programmheften waren die Texte der Lieder und auch die erzählte Geschichte des ursprünglichen Ensembles auf Englisch und Armenisch übersetzt und so konnten auch die Leute die kein Deutsch sprechen viel von dem Witz und Charme verstehen.
Ich hatte sowieso meinen Spaß, die Gruppe war klasse, sowohl die Lieder als auch die Erzählung zwischendrin war sehr unterhaltsam … und die armenische Verabschiedung von Holger Off enthielt so einen Satz der wohl frei übersetzt hieß “Keine Sorge, wir bleiben noch und lassen uns von euch anfassen”. Und das passte ja wohl perfekt in den doppelbödigen Humor, der dem Ensemble eigen ist. Auf meinem Weg nach draußen redeten dann zwei recht hübsche Armenierinnen drüber, ob sie jetzt noch zum “Anfassen” gehen sollten… ich verließ die Oper mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Gestern gab es hier ein kleines Erdbeben. Ich dachte eigentlich… mir wird schummrig oder mein Stuhl wackelt aber als ich die Reaktion der Kollegen sah wurde mir klar, dass es sich wohl echt um ein kleines Erdbeben handelte. Nicht weiter schlimm, bisserl Unruhe im Büro und eigentlich hätte dann alles den restlichen Tag seinen gewohnten Gang gehen können. Aber nein – irgendwie etablierte sich das Gerücht, dass ab 3 Uhr ein schweres Folgebeben erwartet wird. Also verließen wir geordnet und ohne Panik kurz vor 3 den Bürokomplex. Nette Aktion – zwangsweise Kaffeetrinken mitten in der Arbeitszeit. Continue reading »
Als wir an unsere Plätze zurückkehrten (etwa eine Stunde später) fanden wir in unseren Postfächern folgende Email (die 10min nach der Evakuierung bei uns eingetroffen war).
Am Dienstag Abend war ich die Tsitsernakaberd besuchen. Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Genozid Gedenkstätten, aber eine wo man sich als Deutscher zur Abwechslung nicht schuldig fühlen muss nur eindrucksvoll, nicht beklemmend. Überhaupt ist die ganze Anlage voller gelungener Ideen und mit dem Blick über die ganze Stadt auch sehr schön.
Eine dieser Ideen ist zum Beispiel, dass verschiedene Länder / Organisationen Bäume pflanzen um den Zeitpunkt zu markieren an dem sie offiziell den Genozid an den Armeniern anerkennen. So schaut man auf einen jungen Wald und wenn man die Schilder ließt kann man leicht abschätzen welches Land zu welchem Zeitpunkt offiziell zugab dass es einen Genozid der Türkei an den Armeniern gab. Ich hab den deutschen Baum nicht gesucht … und scheinbar gibt es keinen. Was ja extrem peinlich ist. Deutsche Waffen wurden zu der Zeit an die Türkei geliefert, deutsche Offiziere haben Türken trainiert und nur weil die Türkei ein wichtiger Partner für D ist kann ich das nicht als Grund sehen eine historische Wahrheit zu verleugnen (wissenschaftliche Belege für diese Aussage gibt es reichlich – hier ist einer in auf deutsch geschrieben).
Wäre ja vergleichbar mit einer Situation in der Frankreich um bessere Beziehungen mit Israels Feinden aufzubauen den Holocaust herunterspielen würde. Einfach grotesk – gerade als Deutsche mit unserer speziellen Geschichte sollten wir doch über solchem diplomatischen Taktieren stehen und Wahrheit einfach als solche anerkennen – mit unserer eigenen machen wir es ja auch und das ist doch eigentlich schwieriger. Ich kann daher die Initiative vom Zentralrat der Armenier nur gutheißen die Frau Merkel in einem offenen Brief darum bitten den geschichtlichen Fakt des Genozids anzuerkennen.
Das Wetter hätte dramatischer (und passender) nicht sein können – wärend sich unter mir Yerevan im Regen verlor war es oben in der Gedenkstätte lange trocken und nachdem man die paar Tropfen erduldet hatte wurde man mit einem Regenbogen und weiterer eindrucksvoller Aussicht belohnt. War jedenfalls ein lohnender Besuch und jedes Quentchen Zeit voll und ganz wert.
Mein Wochende war eher ruhig bis langweilig. Samstag arbeiten und Sonntag ein wenig über die Vernissage schlendern. Aber mir sind die letzten paar Wochen bei mir im Treppenhaus ein paar Geschichten aufgefallen die ich kurz erzählen möchte. Continue reading »
Die von den Aufzügen hier zu lande hab ich wahrscheinlich schon erwähnt? Die in unserem recht modernen Bürogebäude funktionieren jedenfalls erstaunlich schlecht. Es sind 3, 2 chinesische von denen ich noch nie mehr als einen funktionieren sah. Also … sobald beide funktionieren fällt am gleichen Tag einer aus. Es gibt Geschichten, dass einer wohl im Mai ein paar Stockwerke runtergefallen ist, wobei den Insassen glücklicherweise nichts passiert ist. Mir selbst ist ein paarmal passiert, dass er stehenbleibt und sich nur durch gefühlvolles drücken verschiedener Stockwerkkombinationen zum weiterfahren bewegen lässt. Bis zum nächsten Stock, anschließend nehm ich dann meist doch die Treppe.
Microsoft sponsort wohl ab und an auch was gutes. Mittwoch war hier jedenfalls ne Party, Eduard & Pavel haben hier im Büro dazu eingeladen und netterweise hab ich auch eine der begehrten Einladungskarten abbekommen. Sehr coole Veranstaltung war das dann… lustiges Tanzen, erschwinglicher Alkohol und mit den vielen bekannten Gesichtern eine fast familiäre Atmosphäre. gerne wieder!
woah… endlich läuft der ganze Schmarrn wieder. Georgi sei Dank der keine Zeit und Mühen gescheut hat das wieder zum Laufen zu bringen. Ironische Geschichte… eigentlich sogar sowas wie die Wörterbuchdefinition von ironisch… mein Rechner hatte eine “Recovery Partition”. Also einen Teil der Festplatte dafür abgestellt nur dass man das System bei Schwierigkeiten wiederherstellen kann. Das funktionierte natürlich nicht und wie wir später rausfanden verhinderte diese kleine Dreckspartition sogar die Neuinstallation… überstanden jedenfalls. Kann jetzt nach Hause.
Mist, jetzt ist es schon wieder spät und ich bin nicht dazu gekommen meine Bilder hochzuladen. Letzten Donnerstag war ich in nem Konzert. So ne Mischung aus traditionellen armenischen Tänzen und modernem Ballett. Ziemlich beeindruckend. Schöne Musik, noch schönere Tänzerinnen und ne recht angenehme Atmosphäre… aufmerksames Publikum, Szenenapplaus nach gelungenen Sprüngen und Mitklatschen bei rhythmischen Stücken. Sehr gelungen – hatte mir gefehlt.
Partys oder große Ereignisse sind hier nicht so häufig. Wenn man mal von den regelmäßigen politischen Kundgebungen absieht, die aus welchen Gründen auch immer scheinbar verpflichtend hinter unserem Bürogebäude stattfinden. Zu dem Klang von dröhnender Lautsprecherstimme oder armenischer Volksmusik ist es dann eher anstrengend zu arbeiten.
Aber eigentlich wollte ich noch kurz Bilder vom Samstag hochladen. Da war hier “das letzte Läuten” … also der letzte Schultag und daher eine große Party auf dem Republic Square. Eigentlich hatte ich den Eindruck, dass es ganz lustig aussah (wir waren noch bei Tageslicht dort) aber einige armenische Kollegen erzählten, dass bei dem Fest statistisch jedes Jahr 5-6 Leute umkommen. Durch … alkohol induzierte Unfälle oder Prügeleien. Drum haben Moush, seine Frau und ich uns dann davon fern gehalten und lieber das Feuerwerk von der Cascade aus bewundert. Netter Abend in Summe.















