Wollte noch vom WE erzählen. War Samstag mit Moush, seiner Frau und seinem Sohn in Etschmiadsin. Einem… religösen Zentrum? Jedenfalls sind da viele Kirchen, ein netter Park drum rum und es ist wohl ziemlich populär dort zu heiraten. Diesen Samstag allerdings war der Kroatische Präsident auch da. Dh, die Polizeistaffel, die mich Freitag schon fast auf dem Weg in die Arbeit überfahren hätte hat auch am Samstag wieder ein paar Straßen gesperrt und so verhindert, dass wir mit dem Taxi bis zu den Kirchen fahren konnten.
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Mein Wochenende war grenzgenial. also noch besser als das vorherige eigentlich. Aber ich will mal versuchen das chronologisch zu erzählen… Freitag abend war ich genervt von der Arbeit. Hatte eigentlich nicht groß lust was zu machen. Bin aus dem Salsakurs recht früh gegangen, weil ich irgendwie kein verlangen hatte mich vollzuschwitzen. Dmitri hatte mich auf ne Schachschule aufmerksam gemacht und ich dachte mir… ja, das schauste dir mal an.
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Freitag Mittag hab ich es mit drei Kolleginnen endlich in das Matenadaran geschafft. Nein, das ist nichts unanständiges sondern das Handschriften Archiv gleich neben unserem Büro. Überaschend interessant. Wir hatten eine Führerin für uns vier, was ja schonmal recht luxuriös ist. Die hat dann angefangen zu erzählen… ein paar Sachen waren mir aus dem Reiseführer bekannt (zum Beispiel, dass das armenische Alphabet auch als Zehnerzahlensystem verwendet werden kann… was natürlich als Informatiker spannend ist), aus ein paar Sachen muss man wohl den armenischen Hang zur Übertreibung rausrechnen (alles armenische ist immer am ältesten) aber vieles war echt interessant und eindrucksvoll. Zum Beispiel die Illustrationen irgendwelcher Bibelszenen… die Farben dafür wurden aus Gold, Lapislazuli (oder anderen Steinen gemacht)… außerdem aus einem Käfer, der nur zu einer Jahreszeit in den Tälern am Fuße des Arrarat hervorkriecht und vor Sonnenaufgang wieder in seine Schlupflöcher verschwindet. Jedenfalls schimmern diese Buchseiten nach 500-800 Jahren noch als wären sie gestern gedruckt worden.
Dienstag waren unsere Chefs da. Also Dave und Jim aus München. Die wollten abends noch irgendwas machen (=trinken), da hab ich mal diesen Billardschuppen vorgeschlagen. Was für ein … selbstüberschätzender Idiot war ich, dass ich mit einem Britten (die ja das Billard spielen irgendwie mit der Muttermilch lernen) und einem Amerikaner (der früher nen eigenen Tisch hatte) 8-ball spielen geh… die beiden waren weit über meiner Liga.
Zum Glück wurde ich mit mehr und mehr Kilikya besser, wärend die beiden eher schlechter wurden und so hatte ich dann doch noch kleinere Erfolgerlebnisse. Netter Abend in Summe.
Es gibt lustige Geschichten zu dem Basketballspielen hier. Andrea meinte, nach den ersten 10min (wo alle ziemlich aktiv rumlaufen) hat es mehr mit Baseball gemein… nur noch einer läuft vor, bekommt den Ball und macht evtl den Punkt. Wirkliche Taktiken haben wir die meiste Zeit nicht und auch die Regeln sind eher locker. Was cool ist solange wir be2-intern spielen, weil Kollegen foulen doch eher die Ausnahme und wenn dann auf jeden Fall unabsichtlich ist. Letzte Woche hatten wir allerdings ein anderes Team gegen uns – entweder Ex-Militär oder Ex-Rugby Spieler die sehr hart spielten. Wenn dann so ein kleiner kompakter Armenier dessen Ellenbogen sich auf Höhe meines Genitalbereichs befinden… ungebremst in mich reinläuft hält sich das Vergnügen in Grenzen.
Gestern war recht spaßig. Wir waren zwar nur zu fünft und haben daher nur auf einen Korb gespielt aber konnten uns von Tiko ein paar Taktiken erklären lassen… und naja, mit weniger Spielern auf dem Feld hat der einzelne mehr Ballkontakte, selbst wenn er nach ner Stunde außer Atem ist. Ne lustige Freizeitaktivität jedenfalls.
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leidet meine Stimmung. Also das Unterwegs sein hier verliert viel, wenn es schüttet wie aus Kübeln. Fast niemand ist mehr zu Fuß unterwegs, der Straßenverkehr ist dann noch ne Nummer rücksichtsloser und die Straßen verwandeln sich in kleine Flüsse. Eigentlich behauptet ja mein Reiseführer in Yerevan gibt es ~50 Regentage pro Jahr… die Hälfte davon hab ich (gefühlt) im ersten Monat hier schon gesehen. Alle Armenier verichern mir, dass es für Mai ne absolute Ausnahme ist, dass es soviel regnet. Aber davon hab ich natürlich erstmal nix.
man trifft auch niemanden mehr. Es macht einfach keinen Sinn in den flußartigen Straßen zu Fuß unterwegs zu sein. Heute morgen auf dem Weg zum Büro hat es mich dann auch noch hingehauen, über die Pfütze springen, dem Marshutka ausweichen und dabei noch die komische Stufe in der Straße bedenken war wohl ein bischen zuviel Multitasking für den frühen Morgen.
Jedenfalls sitz ich grade durchgeweicht im Büro mit trüber Aussicht auf Regenwolken und werde einfach mal versuchen den heutigen Tag schnell hinter mich zu bringen.
Woah, heute bin ich mal richtig gut erledigt. Durfte letzte Nacht die Nachteile eines Plattenbaus kennenlernen… die da neben dem fehlenden Wasserdruck in der Dusche und dem fragwürdigen Aufzug vor allem die Hörbarkeit der Nachbarn wären. Meine werten Nachbarn über mir haben heute Nacht um halb 3 angefangen einen ehelichen Zwist auszutragen. Jedenfalls klang es dannach. Weinende Frau die Treppe runter, schreiender Mann hinterher. Draußen dann lautstarkes Zanken. Weitere Leute kamen dazu… von der Lautstärke her ein richtiges kleines Volksfest. Ich war versucht die ganze Bande mit leeren Plastikflaschen aus dem siebten Stock zu bewerfen, konnte mich aber dann nicht dazu durchringen aufzustehen.
Jedenfalls ging der ganze Spaß bis kurz vor Sonnenaufgang. Als ich dann einschlafen konnte… musste ich eigentlich schon fast wieder aufstehen. Sehr anstrengend.
Aber eigentlich wollte ich noch ne andere Geschichte erzählen.
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Sonntag hatte ich die unterhaltsame Geschichte, dass ich in die Nationalgalerie gegangen bin und mich ein bisserl aufhalten hab lassen. Die fängt im neunten Stock an und geht dann runter bis in den dritten. Ich war zu der Zeit (so ne Stunde vor Schluss) wohl der letzte Besucher. Bin mit Ruhe durch die Gänge geschlendert… bis mir hinter einer Ecke… wohl so im achten Stock eine Gruppe von kichernden Museumswärterinnen auffiel. “naja, ok”, dachte ich mir “werden sie halt was lustiges gesehen haben.” Continue reading »
Was mir nicht klar war war, dass die praktisch hinter mir am abschließen waren. Drum wurde die Gruppe von Stockwerk zu Stockwerk größer… und das Kichern auffälliger. Eigenartiges Gefühl später dann im vierten Stock oder so allein mit dreißig Museumswärterinnen ein Bild anzuschaun. Die kichernd warten bis ich fertig bin und mir sobald ich Anstalten mache mich nochmal umzudrehen mir den kürzesten Weg nach draußen weisen. Naja, Drang zum Feierabend wohl… kann ich ja nachvollziehen.
noch ein paar Bilder vom Sonntag Abend…
Immer wenn es dunkel wird gibts am Republic Square eine Lichtshow zu dramatischer klassischer Musik. Also Dvorak, Tschaikovsky, Shostakovich, Khachaturian und bisserl Brahms, Bartok konnte ich bisher identifizieren. Ein geniales Schauspiel… die Bilder werden dem nicht gerecht.
mein drittes Wochenende hier war ziemlich gelungen. Freitag war frei weil der 24te April ein Gedenktag für den Genozid von 1915 ist. Eigentlich hatte ich die Idee zu der Gedenkstätte zu gehen um mir mal einen Eindruck zu verschaffen, aber nach dem Basketballspiel am Donnerstag war ich noch ziemlich erledigt, dann war es ziemlich regnerisch und kalt und außerdem dachte ich mir… bei all den Gedenkstätten die ich bisher so gesehen hab… muss die vielleicht nicht gleich auch noch sein. Also hab ich mich einfach auf die faule Haut gelegt.
Samstag hab ich dann versucht Klamotten zu kaufen. Also… wenigstens einen Pullover, weil es hier grade gegen Abend immer noch recht kalt ist. Könnte an der Höhe (Yerevan ist 1000m über Meeresspiegel), dem Kontinentalklima oder auch an dem Wind liegen… jedenfalls macht ein Pulli Sinn. Also bin ich U-Bahn zu einem Einkaufszentrum gefahren, das mir empfohlen wurde. Recht schickes Teil, also ziemlich vergleichbar mit ner Mall. Lauter kleine Boutiquen mit Klamotten und Schmuck. Die Preise allerdings… waren nicht so mitreißend. Für in China gefälschte Markenklamotten 40€ Minimum zu verlangen… ist schon eher dreist. Selbst wenn man die Preise wohl noch um 20% runterhandeln könnte… naja. Bin ich dann unverrichteter Dinge wieder gegangen. Draußen bin ich dann über die Märkte geschlendert. Direkt neben der Mall ist so ein Lebensmittelmarkt mit einem ziemlich beeindruckendem Kognac Sortiment.
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