gestern bin ich die Cascade (eine Treppe mit ein paar Brunnen darin, die an den 50ten Jahrestag vom Eintritt Armeniens in die Sovietunion erinnert) hochgelaufen. Dort hab ich ein Professoren Ehepaar aus Begien getroffen, die an einem Austausch mit Georgien teilnehmen. War ein recht nettes Gespräch… über die Erungenschaften der EU und Armeniens Verhältnis zu seinen Nachbarn.
Essen ist hier bisher recht gelungen. Mein erstes armenisches Mittagessen war “Harisa”, ein Getreidebrei mit Hühnchen drin. Es erinnert stark an den Schleim, den sie im ersten Teil von Matrix essen – ist also nicht besonders ansehnlich. Aber für ein schnelles Mittagessen… geht schon. Beeindruckend war das Crayfish essen. Schon allein weil es mir schwerfällt Tieren auf meinem Teller das Rückrat zu brechen um dann das weiße salzige Fleisch rauszuzuzeln. Jedenfalls war das Essen ein Erlebnis.
Am leckersten war bisher das “armenische Barbeque”. Da wurde für zwei Personen eine ziemliche Menge an Beilagen aufgetischt. Alles frisch und gut. Das Fleisch war Kebab und Schweinerippchen, sehr gut gewürzt. Das rollt man dann in ein Lavash (Pfannenkuchenartiges Brot) ein und isst mit den Händen… herrlich. Also da war schade, dass ich nicht mehr Platz in meinem Bauch aufbringen konnte…
Soviel an Eindrücken vom Essen hier. Insgesammt bin ich positiv überrascht… außer dem Crayfish war bisher kaum was dabei, was für westlichen Gaumen ungewohnt geschmeckt hat.

Blick von unserer Raucherecke auf die Universität (Medizin Fakultät & Politechnikum). Im Hintergrund eine Statue von "Mother Armenia" mit dem Schwert in der Hand.
heute den Ostermontag reinarbeiten ist eigentlich recht gemütlich. Ich glaube niemand arbeitet hier wirklich hart, alle teilen nur ein paar Youtube Videos (zum Beispiel begeistert diese Susan Boyle die musikinteressierten Kollegen) oder schreiben an ihren Dokumentationen. Recht locker und angenehm… das Wetter draußen ist eh grade aprilig, also hätte durch die Stadt laufen auch nicht soviel Sinn.
Jedesmal wenn ich bisher länger allein durch die Stadt gelaufen bin hat sich mir nach kurzer Zeit ein älterer Armenier angeschlossen. Der seine zehn Wörter Englisch an mir ausprobieren wollte. Die Gespräche liefen dann etwa so:
Hallo, my name is Armen.
Hallo Armen
What is your name?
Felix
Hallo Felix, nice to meet you. Money?
no.
Money?
no.
…
das geht dann so bis ich mein Ziel erreicht hab. Der Rekord lag bei 15min nebeneinander herlaufen … und das bei dieser recht einseitigen Art der Kommunikation. Wirkt vielleicht seltsam, aber im Vergleich zu zum Beispiel der typischen indischen Händler/Bettlerhorde ist ein solcher armenischer Bettler ein echter Gentleman. In keiner Weise bedrohlich oder aufdringlich (er berührt einen nicht körperlich oder so). So sind selbst die an sich unangenehmen Situationen hier leicht erträglich…
ok, noch eine… gehört von dem armenischen Felix.
Frage an Radio Yerevan: Wo haben Frauen die meisten Locken?
Antwort: In Afrika. Oder woran dachten sie jetzt?
So, jetzt bin ich ja fast ne Woche hier und will mal ein paar Eindrücke erzählen.
Gestern waren wir mit ein paar Kollegen Basketballspielen und irgendwie hab ich mir mein Knie verdreht. Daher laufe ich heute nur sehr langsam und hoffe mal dass das demnächst besser wird.
Yerevan als Stadt verbindet so nen italienischen Charme (Cafés, chaotischen Verkehr und chique Mädels) mit Soviet-Style (Plattenbauten, Prachtstraßen und palastartige UBahnstationen). Ist jedenfalls echt schön. Mein Appartment wirkt auf den Bildern die ich innen gemacht habe leider nicht. Ist aber ganz nett wenn man sich erstmal an die Dusche gewöhnt hat aus der warmes Wasser nur in homiopathischer Dosierung tropft. Der Aufzug im Haus hält nur im 1ten, 3ten und 9ten Stock. Außerdem hat er Löcher im Boden und ist mir insgesammt sehr suspekt. Ich steig also immer zu Fuß in den 7ten… wenn ich das beibehalte werde ich hier wohl fit wie ein Turnschuh.
Einmal die Straße runterlaufen und ich bin an der Oper. Narek plant schon nen Besuch… an den ich mich wohl dranhängen werde. Die Straße hochlaufen führt nach ungefähr 5 Minuten zum Büro. Dazwischen liegt noch ne UBahnstation, ein Haufen Cafés/Resturants und Klamottenläden.
Meine Touren der ersten Tage haben mich dann durch ein komplett neues und noch nicht ganz fertiges Stadtzentrum geführt… Fußgängerzonen, die jetzt schon ähnlich chique wie die Kaufingerstraße sind. Also Prada, Gucci und andere Edelmarkenläden haben schon offen… ich fand es jetzt nicht soo speziell aber auf jeden Fall beeindruckend.
Gestern nach dem Basketballspielen waren wir noch was trinken (armenisches Bier ist eigentlich recht lecker) und Greyfish essen. Leider hab ich es verplant Fotos zu machen. Dieser Greyfish ist eine Art kleiner Süßwasser-Hummer. Der Kellner kam also mit einem Tablett voller lebender Rießeninsekten, Garik wählte die aus, die sich noch am aktivsten bewegten und kurz darauf stand dann eine große Schale voll mit den gekochten Tieren auf dem Tisch. Eigenartiges Gefühl sich da durch zu pulen und quasi … Insektenfleisch rauszuzuzeln… geschmacklich waren die Dinger jetzt eigentlich nur salzig. So das wars jetzt erstmal… wenn ich was erzählenswertes sehe, werd ich es hier posten.
Am wiener Flughafen hab ich gestern nen neuen gehört.
Frage an Radio Yerevan: Stimmt es, dass Tschaikovsky schwul ist?
Antwort: Im Prinzip ja, aber nicht nur deshalb verehren wir ihn.









